Wie gründe ich einen Online Shop?

E-Commerce ist eine boomende Branche und immer mehr Umsatz verlagert sich vom stationären zum Online-Handel. Innert weniger Jahre oder Jahrzehnte sind Online Handelsriesen wie Amazon oder Alibaba entstanden. In der Schweiz werden zwar etwas kleinere Brötchen gebacken, trotzdem legen Online-Shops wie Digitec, Galaxus oder Microspot umsatzmässig laufend zu.

Schnellübersicht

Gründe um mit einem Online Shop zu starten

Auch wenn die grossen der Branche den Bärenanteil am Umsatz ausmachen, können kleine, auf Nischen spezialisierte oder sehr agile Online-Shops sich erfolgreich am Markt behaupten. So ist es nicht verwunderlich, dass Unternehmen, die bisher noch nicht mit einem eigenen Webshop aktiv waren aber auch immer mehr Privatpersonen das Online-Business starten möchten.

Wer bisher seine Produkte offline vertrieb, kann durch den Einstieg in den digitalen Handel seinen geografischen Absatzmarkt wesentlich vergrössern. Der Onlinehandel kann ein zweites Standbein werden. Für Personen, die ins Online Business einsteigen, sind die Hürden wesentlich geringer als mit einem Ladengeschäft. Die aufwendige Suche nach einer geeigneten Lokalität und Miete fallen weg, auch Personal wird nicht benötigt.

Für ein Unternehmen sind die Voraussetzungen in der Regel einfacher, um mit einem Online Geschäft zu starten als für Private, da viele Voraussetzungen bereits erfüllt sind.

Mit einem eigenen Online Shop starten

Sind die oben aufgeführten rechtlichen Punkte geklärt, kann mit der Konzeptionierung des Online Shops begonnen werden.

Die grössten Online Shops der Schweiz

Umsatz 2017 (Mio CHF) Umsatz 2016 (Mio CHF)
Digitec.ch 690 602
Zalando.ch 685 534
Amazon.de 575 475
Nespresso.com/ch 350 325
Brack.ch 283 247.5
Aliexpress.com 280 130
Microspot.ch 212 181
Leshop.ch 181 182.1
Galaxus.ch 144 102
Coopathome.ch 142 129

(Quelle: Carpathia Digital Business)

Nicht verwunderlich, dass sich nun Unternehmen und Privatpersonen fragen, wie gründe ich einen Online-Shop resp. wie erstelle ich einen Online-Shop.

Die Wahl der Domain

Ausgangspunkt ist meist der Name. Nun muss eine geeignete Domain gefunden und abgeklärt werden, ob diese noch frei ist. Um bei den beiden Beispielen zu bleiben: Für den Blumenladen Huber wäre die Domain blumenladen-huber.ch naheliegend. Die Verfügbarkeit kann hier https://www.nic.ch/de/whois/ geprüft werden. Die Überprüfung ergibt, dass die Domain nicht registriert ist und bei einem Registrar registriert werden kann. Im Fall von Metzgerei Meier ergibt die Suche, dass die Domain metzgerei-meier.ch bereits registriert ist. In einem solche Fall kann das Hinzufügen des Ortsnamens meistens helfen, z.B. metzgerei-meier-bern.ch. Die Erweiterung mit dem Ort kann sich auch positiv auf die Suchmaschinenoptimierung auswirken. Registrieren Sie die gewünschte(n) Domain(s), die Kosten belaufen sich für eine .ch Domain auf etwa 10-17 Franken je nach Anbieter.


Ein professionelles Logo ist Pflicht

Für den Online Shop benötigen Sie ein professionelles Logo und allenfalls eine Visitenkarte und ein Briefpapier. Verzichten Sie auf eine eigene Gestaltung in Word, PowerPoint und ähnlichen Programmen und lassen Sie Logo und Briefschaften professionell erstellen. Hier finden Sie geeignetes günstiges Logo Design Angebot.

Anforderungen an den geplanten Online Shop

Notieren Sie sich die wichtigsten Punkte und Merkmale, die der Internet-Shop erfüllen soll:

  • Mehrsprachigkeit
  • Bezahlmethoden
  • Länder, in welche die Produkte geliefert werden
  • Versandkosten und Versandpartner
  • Verwaltung des Lagerbestandes über den Shop, Anzeige des Lagerbestandes im Shop
  • Rabatte und Rabattstufen
  • Generierung von Lieferschein und Rechnung aus dem Backend
  • Anbindung an andere Systeme/Software wie Buchhaltung, Warenwirtschaft etc.
  • Zugang für unterschiedliche Kundengruppen resp. passwortgeschützter Zugang
  • Cross- und Up-Selling
  • Weitere Inhalte und Funktionen

So können Sie resp. die Webagentur überprüfen, ob das Shopsystem die Anforderungen erfüllt. Grundsätzlich gibt es zwei unterschiedliche Lösungen für Online-Shops, die wir im nächsten Abschnitt näher betrachten wollen.

Eigener Online-Shop oder Baukasten

Eine Grundsatzentscheidung muss zu Beginn getroffen werden: Soll der Shop mit einem Baukastensystem oder mit einem Shop CMS erstellt werden?

Massgeschneiderter Online-Shop

Eine Webagentur wird anhand der Anforderungen ein geeignetes Shop CMS auswählen. Weit verbreitet und für die meisten Verwendungszwecke gut geeignet sind Open-Source Lösungen wie WooCommerce, Magento oder OpenCart. Daneben existieren auch kostenpflichtige Lösungen verschiedenster Anbieter (Peppershop, CosmoShop etc.).

Vorteile

  • Die Gestaltung für den Shop kann komplett individuell erfolgen, das Webdesign kann die Wünsche oder Anforderungen genau erfüllen.
  • Funktionen können nach Kundenwunsch programmiert werden.
  • Beliebige Bezahlmethoden können implementiert werden.
  • Der Shop ist nicht gemietet. Daher ist es jederzeit möglich, das Hosting zu wechseln, eine andere Domain zu verwenden etc.

Nachteile

  • Die Initialkosten zur Gestaltung und Programmierung sind wesentlich höher.
  • Zur Erstellung werden Programmierkenntnisse benötigt.

Shop Baukastensystem

Die Baukastenlösung erlaubt es Personen, ohne Programmier- oder Gestaltungskenntnisse selber einen Online-Shop zu erstellen. Die Systeme sind so ausgelegt, dass zu Beginn eine Grundgestaltung und -struktur gewählt wird und danach die Inhalte im Rahmen der vorgegebenen Möglichkeiten angepasst werden. So können Logo, Schriftfarbe, Inhaltsbilder etc. angepasst und Artikel erfasst werden. Bekannte Anbieter sind z.B. Wix, Jimdo und Shopify.

Vorteile

  • Keine Programmier- und Grafikfähigkeiten notwendig.
  • Zu verschiedenen Themen sind Vorlagen vorhanden. Dadurch wird kein eigenes Webdesign benötigt.
  • Initial geringe Kosten, da lediglich eine Monatsgebühr und allfällige weitere Gebühren verrechnet werden.

Nachteile

  • Der Online-Shop gehört nicht der Person, die ihn erstellt hat, er wird nur gemietet und kann nicht zu einem anderen Anbieter transferiert werden. Der Shop ist fest mit dem Baukasten verknüpft.
  • Funktionsumfang, Zahlungsmöglichkeiten, Erweiterungen etc. sind vom Baukastenanbieter abhängig. Was er nicht anbietet, kann auch nicht implementiert werden.
  • Individuelle Lösungen und spezielle Funktionen sind nicht möglich.
  • Gestalterische Anpassungen sind limitiert.

Ist das vorhandene Budget sehr klein und der Online-Shop als Versuchsballon oder Hobby gedacht, dann ist ein Baukastensystem eine gute Lösung. Wer den Online-Handel gewerbsmässig betreiben möchte und eine Lösung sucht, mit der er unabhängig ist, sollte die massgeschneiderte Lösung wählen.

Wahl eines geeigneten Webhostings

Ist die Wahl für ein passendes Online-Shop-System gefallen, muss noch ein geeignetes Hosting gewählt werden. Fällt die Wahl auf ein Baukastensystem wie Jimdo, Wix oder Shopify, muss kein Hosting gewählt werden, da bei diesen Anbietern dieses bereits vorgegeben ist. Es ist daher auch nicht möglich, mit dem Online Shop zu einem späteren Zeitpunkt zu einem anderen Anbieter zu ziehen. Auch können die Daten nicht einfach heruntergeladen und auf einem anderen Server installiert werden.

Bei einer massgeschneiderten Lösung wird in der Regel die Webagentur ein geeignetes Hosting auswählen. Magento ist ein CMS, welches beispielsweise hohe Anforderungen an den Server stellt. Normalerweise wird ein Linux Hosting mit einer MySQL Datenbank benötigt. Empfehlenswert ist ein Hosting mit Serverstandort Schweiz. Einige Webhoster bieten auch kostenlose SSL-Zertifikate für eine gesicherte Verbindung über https an, welche für das E-Business ein absolutes Muss ist. Empfehlenswert sind beispielsweise Cyon in Basel und Novatrend in Wallisellen bei Zürich.

Bezahlmethoden im Online Shop

Von zentraler Wichtigkeit sind die angebotenen Bezahlmethoden. Je mehr Möglichkeiten bestehen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Einkauf getätigt resp. abgeschlossen wird. Viele Käufer möchten Ihren Einkauf direkt mit Kreditkarte bezahlen, andere haben Bedenken und möchten lieber per Rechnung bezahlen.

Überblick über die wichtigsten Bezahlmethoden

Kreditkarten

Die Bezahlung mit Kreditkarten ist sowohl für Shopbetreiber wie auch für Kunden eine gute Sache. Zu beachten ist, dass die Transkationen über einen Payment Gateway Provider, z.B. PostFinance, SIX und andere, abgewickelt werden. Dabei muss ein Vertrag mit diesem sowie dem Kreditkartenaussteller (VISA, Mastercard, American Express, Diners etc.) abgeschlossen werden. Die Payment Gateway Provider bieten meist verschiedene Paketangebote an, welche sich durch unterschiedliche Anzahl an Transaktionen und möglichen Bezahlmethoden unterscheiden. Neben einmaligen Einrichtungsgebühren fallen monatliche Kosten an. Von jedem Verkauf muss ein Prozentsatz als Kommission bezahlt werden (meist 2-3%)
Der Kreditkartenaussteller verlangt ebenfalls eine jährliche Gebühr von CHF 100-150 pro angebotene Kreditkarte. Sind Bezahlungen mit VISA und Mastercard im Online Shop möglich, kostet das den Shopinhaber 200 bis 300 Franken jährlich.

PayPal

PayPal ist gerade für Startups oder kleine Shops eine gute Alternative zum Payment Gateway Provider. Mit PayPal können Kunden ebenfalls mit Kreditkarte bezahlen, für den Anbieter fallen Einrichtungsgebühren und Kosten mit den Kreditkartenausstellern weg, allerdings verlangt auch PayPal eine Kommission von 3,4% sowie eine Transaktionsgebühr von 55 Rappen. Bei höheren Umsätzen sinkt die Kommission, ab CHF 16'001 beispielsweise auf 2,7%, wobei die Transaktionsgebühr immer 55 Rappen beträgt.

Stripe

Stripe hat sich in den letzten Jahren zu einem ernsthaften Konkurrenten von PayPal gemausert. Die Implementierung in den Online-Shop ist ähnlich einfach wie bei PayPal und die Kostenstruktur vergleichbar: 2,9% Kommission und 30 Rappen pro Transaktion. Der Prozentwert ist unabhängig von der Umsatzhöhe.

Kauf per Rechnung

Beim Kauf per Rechnung erhält der Kunde mit der Ware oder separat eine Rechnung. Das ist für den Kunden bequem, birgt aber Risiken für den Shopbetreiber, da Zahlungsausfälle zu befürchten sind. Um diesen Vorzubeugen, kann eine automatische Bonitätsprüfung integriert werden. Weist der Kunde ein schlechtes Score auf, wird die Bezahlung per Rechnung deaktiviert.

Vorauskasse

Bei der Wahl dieser Bezahlmethode erhält der Kunde mit der Bestellung die Angaben des Bank- oder Postkontos. Ist der Betrag eingegangen, wird die Ware versendet. Somit ist dies eine sehr sichere Wahl für Verkäufer.

Nachnahme

Bei der Nachnahme wird die bestellte Ware an der Haustüre durch das Einziehen des Betrages übergeben (Konzept Ware gegen Geld). Für den Käufer fallen relativ hohe Gebühren an und er muss anwesend sein, um die Sendung in Empfang zu nehmen oder muss sie am Postschalter abholen. Auch für den Verkäufer ist der Aufwand relativ gross.

Versand und Versandkosten

Neben Online-Shops, die nur herunterladbare (E-Books, Software etc.) oder digitale Produkte wie Lizenzschlüsseln anbieten, versenden die meisten Shops physische Produkte. Somit muss der Versand organisiert und die Versandkosten berechnet und eine passende Lösung für das E-Business implementiert werden. Wer die Möglichkeit hat, kann auch das Abholen vor Ort anbieten. Mehrere grosse Online-Shops haben in letzter Zeit die Anzahl der Pickup Stellen massiv erhöht.

Paketdienste vergleichen

Auch wenn das Monopol für Pakete in der Schweiz gefallen ist, verwenden viele Anbieter die Schweizer Post für den Versand. Das dichte Netz an Postfilialen ist sicher ein Vorteil. Daneben gibt es weitere Paketdienste wie FedEx, DPD, UPS und DHL. Je nach Gewicht, Grösse oder Zielland kann ein unterschiedlicher Paketdienst attraktivere Konditionen anbieten, ein Vergleich kann sich lohnen.

Versandkosten im Online-Shop

Versandkosten sind immer ein heikles Thema. Grundsätzlich bezahlt kein Kunde gerne Versandkosten, auf der anderen Seite müssen diese Kosten irgendwie aufgefangen werden. Als guter Kompromiss haben sich umsatzabhängige Versandkosten bewährt. Ist die Lieferung beispielsweise ab CHF 100.- kostenlos, kann dies helfen, dass Kunden mehr bestellen als ursprünglich geplant, um die Schwelle der kostenfreien Lieferung zu erreichen.

Weisen Sie die Kosten für Verpackung und Versand und allfällige Stufen transparent aus. Sie verhindern so Bestellabbrüche durch unerwartete oder hohe Versandkosten.

Achten Sie darauf, dass geeignetes Verpackungsmaterial und allenfalls Füll- oder Stopfmaterial für einen raschen und unfallfreien Versand vorhanden ist.

Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB)

Die gute Nachricht zuerst: Grundsätzlich gibt es keine rechtliche Notwendigkeit, Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) in einem Online Shop zu verwenden. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen werden gerne auf die lange Bank geschoben und schlussendlich von einer oder mehreren anderen Seiten zusammenkopiert, nur um einen Text vorweisen zu können.

Obwohl die AGB nicht notwendig sind, können sie in vielen Fällen vorteilhaft sein. Dies ist insbesondere der Fall, wenn

  • hochpreisige Waren angeboten werden
  • Nutzungsrechte eingeräumt werden (z.B. beim Logo Design)
  • ein hohes Haftungsrisiko existiert
  • Geschäftskunden (B2B) Vertragspartner sind
  • Diskussionen mit Kunden zu erwarten sind

AGB, einseitig vorformulierten Vertragsbestimmungen, haben den Vorteil, dass sie beim Abschluss einer Vielzahl von gleichartigen Verträgen zur Verwendung kommen können, z.B. in einem Online Weinshop. Einmal ausgearbeitet, kommen Sie bei einer Vielzahl von Vertragsabschlüssen zum Einsatz. Deshalb sollte dem Inhalt und der Ausformulierung entsprechend Beachtung geschenkt werden. Die Verfassung durch einen Anwalt sorgt für rechtlich saubere Formulierungen und schützt Sie bei rechtlichen Streitigkeiten.

Zu beachten bei der Umsetzung ist, dass der Kunde vor dem Absenden einer Bestellung immer bestätigen muss, dass er die AGB gelesen hat. Dies muss in Form einer Tickbox (nicht aktiviert) implementiert werden. Entweder wird der komplette AGB Text beim Bestellvorgang angezeigt oder was meist sinnvoller und praktikabler ist, man verlinkt auf die entsprechende AGB Seite. Erst durch das Anticken der Box kann der Bestellvorgang fortgesetzt resp. abgeschlossen werden. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen müssen auch unabhängig vom Bestellvorgang jederzeit einsehbar sein. Ein eigener Navigationspunkt, meist im Footer, ist sinnvoll.

Impressum

Für Online-Shops resp. für alle Websites, die Waren, Werke oder Dienstleistungen anbieten, gilt in der Schweiz eine Impressumspflicht, d.h. die Kontaktdaten des Betreibers müssen ersichtlich sein. Dies unabhängig, ob eine .ch, .swiss, .com, .shop oder welche Domainendung auch immer verwendet wird, ausschlaggebend ist, ob sich das Angebot an Kunden in der Schweiz richtet. Dies leitet sich aus den Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) Art. 3 Abs. 1 lit. s Ziff. 1 UWG (https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/19860391/) ab:

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Unlauter handelt insbesondere, wer:

Waren, Werke oder Leistungen im elektronischen Geschäftsverkehr anbietet und es dabei unterlässt:

1. Klare und vollständige Angaben über seine Identität und seine Kontaktadresse einschliesslich derjenigen der elektronischen Post zu machen.

Ob diese auf einer Seite «Impressum», «Kontakt» oder im Footer oder Header angegeben sind, ist nebensächlich. Bei natürlichen Personen sollte der Vor- und Nachname sowie die Wohnadresse angegeben werden. Die Adresse muss so angegeben sein, dass der Betreiber darüber erreicht werden kann, eine Postfachadresse oder einfach «A. P., 8005 Zürich» reichen nicht aus. Zudem muss eine E-Mail angegeben sein. Bei juristischen Personen muss die komplette Firmenbezeichnung inkl. Rechtsform sowie die Firmenadresse angegeben werden. Sinnvoll sind auch eine Telefonnummer und allenfalls die Mehrwertsteuernummer und die Unternehmens-Identifikationsnummer (UID).

Schnittstellen

Für einen effizienten und erfolgreichen Online-Shop kann es von grossem Nutzen sein, wenn gewisse Daten, die bereits vorhanden sind, im Shop verwendet werden können resp. umgekehrt Daten aus dem Shop in einem anderen System weiterverarbeitet werden können. Dies ist mit Schnittstellen (API) möglich.

Online-Shop an externe Systeme anbinden

Firmen, welche bereits stationär Produkte verkaufen, haben meist bereits eine Software im Einsatz, mit welcher die Artikel verwaltet werden. Werden diese oder ein Teil davon neu über das Internet verkauft, ist es enorm zeitsparend und bequem, wenn bereits vorhandene Daten (Produktbeschreibungen, Bilder, Preise, Artikelnummern etc.) übernommen werden können. Je nach Shop-Lösung existieren bereits solche Schnittstellen zu Programmen wie SAP, EUROPA3000, Mentor, orgaMAX, Bexio etc. Solche Schnittstellen können meist in Form von zusätzlichen Plugins oder Modulen gekauft werden. In einigen Fällen sind Anpassungen und weiterer Konfigurationen möglich. Kosten für die Plugins/Module sowie für die Anbindung können erheblich variieren. Plant man eine solche Anbindung, z.B. an eine Warenwirtschaft, empfiehlt sich vorgängig genau zu prüfen, ob für die Shop-Lösung auch eine entsprechende Schnittstelle existiert und welche Kosten damit verbunden sind.

Genauso vorteilhaft kann es sein, Daten aus dem Shop in ein vorhandenes System zu speisen, beispielsweise für die Rechnungsstellung/Buchhaltung, Lagerwirtschaft oder für das CRM.

Suchmaschinenoptimierung (SEO)

Bei der Konzeptionierung und Erstellung eines Online-Shops sollte von Anfang die Suchmaschinenoptimierung (SEO) mitberücksichtigt werden. Macht sich der Shopbetreiber schon zu Beginn Gedanken zu diesem Thema, kann eine schlechte Positionierung in den Suchmaschinen und ein umständliches Anpassen verhindert werden.

Suchbegriffe (Keywords) festlegen

Definieren Sie zu Beginn die relevanten Suchbegriffe. Wollen Sie beispielsweise Uhren verkaufen, dann sind «Uhr» und «Uhren» natürlich naheliegende Begriffe, die Konkurrenz in den Suchmaschinen aber gigantisch. Zudem ist nicht jede Suche mit «Uhr» oder «Uhren» auch mit einem Online-Kauf verbunden. Deshalb ist es sinnvoll, die Begriffe thematisch auf den Kauf auszurichten, beispielsweise mit Begriffskombinationen wie

Uhr online kaufen
Uhren Online Shop

So gehen Sie sicher, dass die richtige Suchintention vorliegt.

Da Sie in Ihrem Webshop wahrscheinlich ein breites Sortiment an Uhren verkaufen werden, sollten auch die Artikel entsprechend gruppiert und präzisiert werden. So ist beispielsweise eine Unterteilung nach Kategorien sinnvoll

Armbanduhr
Smartwatch
Chronograph
Fliegeruhr
Taucheruhr
Fitness Uhr
Modeuhr
Taschenuhr

Solche Kategorieseiten bieten meist einen breite Übersicht an Produkten, die dem Kunden einen ersten Anhaltspunkt bieten. Kategorieseiten können auf den entsprechenden Begriff optimiert werden. Danach sollte eine weitere Unterteilung erfolgen. Diese kann nach Marken, Materialien, Eigenschaften etc. erfolgen

Armbanduhr
Herren Armbanduhr
Batterie
Automatik

Eine Pfadnavigation (auch Breadcrumb gennnt) ermöglicht es dem Benutzer, jederzeit auf die übergeordneten Navigationsebenen zu wechseln.

Eine Suchfunktion und Filter tragen ebenfalls dazu bei, dass Artikel rascher und besser gefunden werden.

Individuelle Produkttexte für bessere Platzierung in den Suchmaschinen

Ein häufiger Fehler ist das Übernehmen von Produktbeschreibungen vom Hersteller oder Importeur. Diese Texte tauchen dann nicht nur auf Ihrer Website, sondern sind im Extremfall auch auf hunderten anderen Websites zu finden. Google erkennt ziemlich zuverlässig die Hauptquelle resp. Herkunft des Originaltextes, weitere Texte werden als «duplicate content» entwertet und ranken entsprechend schlecht(er). Verfassen Sie daher selber Produktbeschreibungen, im Idealfall sind Sie ein Experte für die Artikel, die Sie verkaufen und können so Facetten, Vorteile oder Eigenschaften beleuchten, die so bisher noch nicht thematisiert wurden.

Produktbilder

Qualitativ hochwertige Produktbilder verwenden

Gerne werden Produktbilder für den eigenen Online-Shop von anderen Websites kopiert. Vergewissern Sie sich unbedingt, ob Sie ein Bild verwenden dürfen. Das gilt auch für Bilder vom Hersteller selber. Verwenden Sie nur qualitativ einwandfreie Bilder und in einer Grösse, die es dem Betrachter erlaubt, das Produkt auch klar zu sehen. Vielfach sind mehrere Fotos sinnvoll, um alle Seiten oder Details zu sehen.

Google Ads (ehemals Google AdWords)

Da die Suchmaschinenoptimierung erst nach einiger Zeit Früchte trägt, können Google Ads für viele Shops eine sinnvolle Anschubhilfe ins Online-Business sein. Bis in den Suchmaschinen vordere Positionen erzielt werden (falls überhaupt), kann eine gezielte Bewerbung mit Google Ads Sinn machen. Dabei können Anzeigen erstellt werden, die bei der Eingabe bestimmter Suchbegriffe durch den Benutzer angezeigt werden. Um beim oben erwähnten Beispiel eines Uhren Shops zu bleiben, können gezielt Gebote für Suchbegriffe eingegeben werden. Für die Begriffskombination «Herren Taucheruhr» kann ein maximaler Betrag pro Klick festgelegt werden.

Auswertungen und Analysen

Spätestens wenn der Online-Shop kurz vor der Aufschaltung steht, sollte man sich Gedanken zur Auswertung und der Analyse des Benutzer- resp. Käuferverhaltens machen. Im E-Commerce ist es von zentraler Wichtigkeit zu wissen, von wo und mit welchem Suchbegriff oder Link der Benutzer auf die Seite gelangt ist. Genauso so wichtig sind Kenntnisse über das Verhalten, also auf welchen Inhaltsseiten sich jemand bewegt, und ob und wie ein Kauf stattfindet. Gibt es beispielsweise eine grosse Zahl von Besuchern aber kaum Käufe? Existiert eine grosse Zahl von verlassenen Warenkörben? Mithilfe von Analyselösungen können wertvolle Informationen gewonnen und Verbesserungen vorgenommen werden. Populäre Lösungen sind:

AWStats, Webalizer etc.

Bei praktisch allen Webhostern ist bereits eine Webanalyse Software auf dem Hosting installiert, meist AWStats oder Webalizer. Im Verwaltungsbereich des Hostings können damit statistische Daten zur Websitenutzung angesehen und ausgewertet werden. Beide Lösungen sind kostenlos und bieten einen beschränkten Umfang an Analysemöglichkeiten. Dafür muss von Benutzerseite her nichts unternommen oder implementiert werden.

Google Analytics

Wesentlich umfassendere Daten und Auswertungsmöglichkeiten bietet das kostenlose Google Analytics. Damit es genutzt werden kann, muss ein Konto erstellt, eine Tracking Code generiert und auf der Website eingebaut werden. Dies ist aber einfach zu bewerkstelligen.

Google Analytics erlaubt umfassende Auswertungen und Analysen. Besonders wichtig für Shopbesitzer ist es den Besucherfluss auf den Seiten zu verfolgen und Seiten herauszufiltern, auf welchen Benutzer überdurchschnittlich oft aussteigen. Sind diese Seiten gefunden, sollte unbedingt getestet werden, ob Probleme vorliegen und was den Ausstieg provoziert hat. Nicht funktionierende Buttons, nicht lieferbare Artikel, Fehlermeldungen und nicht verfügbare Bezahlmethoden sind häufige Gründe für das Verlassen.

Wertvoll sind auch die Angaben zur Herkunft der Besucher. Kamen diese über eine andere Website, über eine Suchmaschine oder durch das Klicken auf eine Google Ads Anzeige in den Shop? Google Analytics kann die Herkunft der Besucher ausweisen. So sehen Sie, ob ein bestimmter Blogbeitrag oder -kommentar, ein Forumseintrag oder ein Link von einer bestimmten Website für Besucher resp. Käufer gesorgt hat.

Durch die die Zugehörigkeit von Google Analytics zur Google Welt ist die Verknüpfung weiterer Google Produkte, insbesondere von Google Ads sehr einfach.

Matomo (ehemals Piwik)

Bekannteste Alternative zu Google Analytics ist Matomo. Diese kostenlose Open Source Webanalyse Plattform bietet ebenfalls umfassende Erfassungs- und Auswertungsmöglichkeiten. Interessant ist die Funktion Matomo auf dem eignen Server zu betreiben. Wer seine Daten nicht an Google liefern möchte oder sehr spezifisch auswerten möchte, trifft mit Matomo die richtige Wahl.

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